Gestaltung der Projektarbeit
Die Konzeption der Projekte richtet sich nach den Bedürfnissen im Partnerland. In vielen Fällen wird ein deutscher Experte für die Umsetzung der Projektinhalte (Schulungen, Beratungsleistung, Studienreisen und Strategieentwicklung) vor Ort eingesetzt. Er hält die Verbindung zwischen der deutschen Seite und den Partnern im Ausland. Bei seiner Tätigkeit kann er auf eine Durchführungsinstitution zurückgreifen, die ihn fachlich und organisatorisch unterstützt und – falls notwendig – weitere Experten akquiriert.
Die Projekte haben in den meisten Fällen eine Laufzeit von drei bis fünf Jahren, bei Bedarf auch länger.
Ein Projektkonzept zur Regierungsberatung ist der Agrarpolitische Dialog. Er ist in der Russischen Föderation und der Ukraine gut etabliert und genießt hohes Ansehen. Der Agrarpolitische Dialog in Kasachstan hat im Herbst 2009 seine Arbeit aufgenommen. Bei diesen Dialogen zwischen dem BMELV und dem jeweiligen Partnerland geht es um die Beratung von Parlamenten und Regierungen sowie deren Organen, z.B. bei der Gesetzgebung. Daneben wird der Austausch von agrarpolitischen und agrarwirtschaftlichen Informationen gefördert, die die Zusammenarbeit zwischen dem Partnerland und Deutschland erleichtern.
Wirtschaftskooperationsprojekte (WKO) knüpfen in vielen Fällen an die Agrarpolitischen Dialoge an und verbinden agrarpolitischen Nutzen mit unternehmerischen Zielen. Bei WKO-Projekten engagieren sich Unternehmen der deutschen Agrarwirtschaft fachlich und finanziell. Sie stellen ihre Produkte und eigene Fachkräfte für Beratung und Weiterbildung zur Verfügung. So werden Fachkräfte aus dem Partnerland mithilfe modernster Technik weitergebildet, Manager geschult und wirtschaftliche Verbindungen aufgebaut. Gleichzeitig wird die deutsche Agrarwirtschaft bei der Etablierung auf neuen Märkten unterstützt. Zurzeit gibt es drei WKO-Projekte in China, in der Ukraine und in der Russischen Föderation. Weitere sind in Planung.
Diese Form der Kooperation wird durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Stärken und Kompetenzen aller Beteiligten gebildet. Deutsche Unternehmen und Branchenverbände gestalten gemeinsam mit Unternehmen und Organisationen im Partnerland die Zusammenarbeit. Das Kooperationsprogramm unterstützt durch flankierende Maßnahmen. Im Ergebnis können in den Partnerländern moderne ressourcenschonende und produktivitätssteigernde Technologien zum Einsatz kommen. Die finanzielle Beteiligung der Wirtschaft soll dabei mindestens 50 Prozent der Projektkosten abdecken.
In einigen Ländern besteht große Nachfrage nach praktischer Unterstützung, Know-how und modernen Beratungskonzepten. Hier setzen die praxisnahen Beratungsprojekte an. Junge Fachkräfte, denen es nach einer abgeschlossenen Ausbildung häufig an praktischen Erfahrungen mangelt, werden weitergebildet, sei es für die Arbeit auf dem Betrieb oder im Beratungsdienst selbst. Neben der Weiterbildung unterstützen deutsche Experten auch bestehende oder neue fachliche Einrichtungen in den Partnerländern. Bei diesem Projekttyp ist die Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen besonders wichtig.
Flyer Kooperationsprogramm zum Download ( 331 KB) 

